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Dessau-Roßlau
Stadträte schweigen

Die Einzelhandelsfläche in Dessau liegt bekanntermaßen weit über dem Bundesdurchschnitt. Es werde sehr viel Energie benötigt, macht der Citynetverband aufmerksam, um Besucher des Umlandes in unsere Stadt zu locken. Zwei Drittel der Umsätze würden durch überregionale und regionale Besucher aus dem Umland erreicht. Dies zu halten werde aber immer schwerer, denn die Konkurrenz in der Nachbarschaft immer größer. So sei schon nach der Erweiterung von Nova Eventis ein spürbarer Umsatzrückgang zu verzeichnen gewesen. "Entstehen nun in Brehna und Wiedemar direkt an der Autobahn attraktive Einzelhandelszentren, so ist das Garant dafür, dass die Einzelhandelsflächen in Dessau nicht mehr kostendeckend bewirtschaftet werden können." Weiterer Leerstand und Attraktivitätsverlust wären die Folge. "Auch Arbeitsplätze würden verloren gehen", macht Citynet-Vorsitzender Oliver Dewess auf die Folgen aufmerksam.
Der Verband fordere die Stadträte deshalb eindringlich auf, ihrer Aufgabe gerecht zu werden, und alles zu tun, um Schaden von der Stadt abzuwenden. "Wir vermissen eine klare Positionierung der Räte und der Verwaltungsspitze zum Einzelhandel und sind empört darüber." Offensichtlich ist den Verantwortlichen die Tragweite dieses Themas nicht bewusst.
Die Stadt Dessau-Roßlau hatte Einspruch gegen das Brehnaer Bauvorhaben an der Autobahn erhoben und diesen bisher nicht zurückgezogen. "Wir müssen jetzt wissen, wie geht es weiter, ist die Stadt bereit, ein Gutachten zu finanzieren, um das Vorhaben noch einmal rechtlich prüfen zu können", erklärt Dewess das Anliegen. Dass schon viel zu viel Zeit verloren gegangen ist, zeigt die Tatsache, dass inzwischen für die beiden Factory Outlet Center in Brehna und Wiedemar Baugenehmigungen erteilt wurden. Ob es jetzt überhaupt noch eine Einflussmöglichkeit gibt, ist deshalb sehr fraglich. "Wir wollen aber nichts unversucht lassen", sind sich die Verbandsmitglieder einig.
